In Burkina Faso darf ich wieder zu Gast sein bei Pauline, der Cousine von Abbé Félix und bei Aimé. Kaum zu glauben, dass dies bereits mein 14. Besuch des Landes ist. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage ist es auch diesmal nicht möglich, die Hauptstadt Ouagadougou zu verlassen.
In Ouagadougou besuche ich das Mausoleum von Thomas Sankará, welcher für das Land sehr wichtig war und ist. Als junger Offizier und sozialistischer Revolutionär durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen, folgte er mit seiner Politik panafrikanischen und antipatriarchalischen Ansichten und orientierte sich an dem ghanaischen Präsidenten Jerry Rawlings. Sankara lehnte eine Rückzahlung der Schulden der Dritten Welt an den Westen ab und initiierte eine ambitionierte Gesundheits- und Frauenpolitik. Ein weiteres Anliegen war der Kampf gegen Korruption, weshalb er zum ersten Jahrestag der Revolution Obervolta in Burkina Faso („Land des aufrichtigen Menschen“) umbenannte.
Außenpolitisch betrieb er mit Ghanas Präsidenten Jerry Rawlings die Errichtung der Westafrikanischen Union, die jedoch nach seiner Ermordung durch den politischen Weggefährten Blaise Compaoré obsolet wurde (zu „Thomas Sankara“ aus Wikipedia).
Über Besuch aus dem Zentrum für unter- und mangelernährte Kinder in der Diözese Ouahigouya (CREN) freue ich mich sehr. Abbé Prosper kommt eigens mit zwei Pflegemüttern und zwei kleinen Kindern und einer Schwester, um mich zu sprechen und um für unsere Hilfe zu danken. Mir ist es fast etwas unangenehm, dass die zwei kleinen Kinder extra wegen mir auf weite Reise gegangen sind. Schon seit geraumer Zeit unterstützen wir dieses Zentrum.

Auf meinem Programm steht auch der Tierpark Ziniaré, in welchem unter anderem Strauße, Flusspferde und faszinierende Schildkröten zu sehen sind. Ein Verkehrszeichen, welches auf die Strauße aufmerksam macht, erregt meine Aufmerksamkeit. „Attention aux Autruches“. „Vorsicht, Österreicher?“ – Nein! Natürlich nicht. „Vorsicht, Strauße“.
An meinem letzten Tag in Burkina Faso bekomme ich noch Besuch von Abbé Louis Marie, dem Direktor des College Sainte Marie, wo wir einige Patenkinder haben und von Abbé Thomas, dem Ökonomen der Diözese Ouahigouya. Auch sie bedanken sich für unsere Hilfe in Burkina Faso.
Diesen Dank möchte ich weitergeben an Sie, die Sie unsere Projekte in Burkina Faso unterstützen. Bleiben Sie uns treu!

